Aktuell:
SEC nach wie vor zur Übernahme der IFRS für börsennoetierte US-Firmen entschlossen
Am 20. Oktober 2010 veröffentlichte die SEC wie angekündigt den Fortschrittsbericht ihres Arbeitsprogramms hinsichtlich der internationalen Rechnungslegungsstandards. Zurzeit untersucht und analysiert die SEC eine Reihe von entscheidungsrelevanten Aspekten. Die für die Kapitalmärkte erforderliche Vergleichbarkeit der Abschlüsse ist aus der Sicht der SEC ein besonders wichtiges Kriterium zur Entscheidung über die Einführung der IFRS. Auch die Fortschritte bei den Konvergenzbemühungen zwischen IFRS und US-GAAP werden verstärkt berücksichtigt. Die SEC plant im 2011 ihre endgültige Entscheidung bezüglich der Umstellung bekanntzugeben und gleichzeitig den endgültigen Fahrplan für die börsennotierten US-Firmen festzulegen.
Vorgesehen ist eine stufenweise Einführung der IFRS. Die erstmalig zwingende Anwendung der IFRS wird im Jahr 2015 oder spätestens in 2016 erwartet.
Obwohl die SEC bis jetzt keine verbindliche Entscheidung getroffen hat, ist nach Ansicht von Experten eine Entscheidung für IFRS höchstwahrscheinlich. Eine Entscheidung dagegen wäre für die Entwicklung der globalen Rechnungslegungsstandards sehr negativ und politisch wahrscheinlich untragbar.
D.h. für US-Unternehmen und ihre Töchter (auch in Deutschland) gilt:
IFRS ist im Kommen!
Die grundlegenden Konzepte und Prinzipien von US-GAAP und IFRS sind sich zwar ähnlich, doch bestehen zahlreiche Unterschiede zwischen den beiden Regelwerken. Einige davon sind besonders relevant. So verlangt etwa IFRS unter bestimmten Bedingungen die Aktivierung von Entwicklungskosten, was nach US-GAAP nicht gestattet ist. Selbst Unterschiede in kleineren Detailfragen können wesentliche Auswirkungen auf die ausgewiesenen Ergebnisse der betroffenen Unternehmen haben.
Wichtige Folgen der Umstellung auf IFRS
Die Umstellung der amerikanischen Unternehmen auf IFRS hat viele wichtige Auswirkungen, z.B.:
- Die Kosten der Umstellung der Finanzberichterstattung mitsamt den erforderlichen Systemen können für viele Unternehmen nicht unerhebliche Beträge erreichen. Mitarbeiter und Management müssen möglichst schnell in die neuen Regeln eingeführt werden.
- In den Hochschulen wird man die Lehrpläne für Rechnungswesen und Finanzen entsprechend anpassen müssen.
- Verträge und Vergütungsstrukturen auf Basis von US-GAAP-Kriterien müssen an IFRS angepasst werden.
Darüber hinaus gibt es noch viele weitere vorhersehbare und unvorhersehbare Auswirkungen, die Herausforderungen darstellen werden.
Frühzeitige Planung ist der Schlüssel zum Erfolg
Die Unternehmen sollten so schnell wie möglich mit der Umstellung beginnen, da der Prozess eine extensive Planung erfordert. Neben dem Rechnungswesen und der Finanzberichterstattung sind auch zahlreiche weitere Bereiche betroffen.
Der komplexe Umstellungsprozess erfordert die Mitwirkung eigener Mitarbeiter wie auch externer Berater. Die untere Grafik zeigt einige der wesentlichen Aufgaben. Der Erfolg des Umstellungsprozesses auf IFRS steht und fällt mit der Qualität der Planung und der erforderlichen strikten Prozesskontrolle.
Deutsche Tochtergesellschaften sollten vorangehen
Deutsche Tochtergesellschaften amerikanischer Konzerne sollten sich frühzeitig mit den IFRS-Regeln vertraut machen und ihren Bedarf z.B. an Personal, Systemen, Training und externer Beratung für die Umstellung ermitteln. Um die Vielzahl der Änderungen im Rahmen der Umstellung bewältigen zu können, sollte dieser Prozess so früh wie möglich begonnen werden. Für deutsche Tochtergesellschaften bedeutet das konkret, nicht erst die IFRS-Umstellung in der Muttergesellschaft abzuwarten.
Schulungen für viele Unternehmensfunktionen
Rechtzeitige und adäquate Schulung ist eines der zentralsten Kriterien für effiziente Umsetzung der IFRS-Umstellung. Nur wenn die Unternehmen die Unterschiede in den Bilanzierungsregeln zwischen US-GAAP und IFRS wirklich verstanden haben, sind sie in der Lage, die Auswirkungen der Umstellung auf Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Prozesse, IT-Systeme und interne Revision abzusehen.
Bei den Schulungen sollten neben den Finanzexperten im Unternehmen auch andere Funktionen nicht vergessen werden, die auch von den neuen Regeln betroffen sind, wie etwa Kostenrechnung, Steuern oder Treasury. Und natürlich sollte das Management die wichtigsten Unterschiede zwischen US-GAAP und IFRS beherrschen und deren mögliche Auswirkungen auf Berichtsergebnisse kennen.
Inhouse-Trainings als optimale Lösung
Die beste Antwort auf den Schulungsbedarf in einzelnen Unternehmen und Abteilungen sind Schulungen vor Ort im Unternehmen. Solche Inhouse-Trainings können ganz auf die konkreten Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten werden. Mehr Informationen zu Inhouse-Schulungen unter diesem Link.


