Aktuell:
In der Finanzberichterstattung stehen für börsennotierte US-Firmen weltweit wichtige Änderungen an
Die US-amerikanische Rechnungslegung nach US-GAAP spielte bislang eine führende Rolle in der weltweiten Finanzberichterstattung. Mit der Globalisierung der Finanzmärkte und dem damit einhergehenden Wunsch nach einer gemeinsamen Grundlage für die Finanzberichterstattung sind dagegen die International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) in London zunehmend in den Vordergrund getreten. So fordert etwa die EU seit dem Jahr 2005 von allen kapitalmarktorientierten EU-Unternehmen die Erstellung von Konzernabschlüssen nach IFRS. Die Anwendung der IFRS ist derzeit in über 100 Ländern entweder gestattet oder vorgeschrieben.
Im November 2007 hat die amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) zunächst ausländischen Unternehmen die Einreichung von Abschlüssen nach IFRS gestattet. Zuvor waren die Unternehmen gehalten, ihre Abschlüsse vollständig nach US-GAAP zu erstellen oder eine Überleitung ihrer Ergebnisse nach US-GAAP vorzunehmen.
Einen weiteren wichtigen Schritt ist die SEC am 14.November 2008 gegangen, indem sie ihre ausführliche "Roadmap" zur Übernahme der IFRS für alle US-börsennotierten Unternehmen inklusive US-Firmen veröffentlichte.
Diese Roadmap, die verschiedene Meilensteine enthält, sieht eine stufenweise Einführung von 2014 bis 2016 vor, die sich an der Größenordnung der Unternehmen orientiert. Im Februar 2010 brachte die SEC in einer offiziellen Erklärung zum Ausdruck, dass sie weiterhin die Umstellung auf IFRS unterstütze. Die erstmalige zwingende Anwendung der IFRS wird demnach im Jahr 2015 erwartet. Endgültige Entscheidungen im Bezug auf die Einführung wird die SEC jedoch erst im Jahre 2011 treffen - abhängig von der Erreichung der Meilensteine.
Obwohl einige Hürden überwunden werden müssen und die Umstellung auf IFRS auf kritische Stimmen stößt, ist die Entwicklung bereits im Gang.
D.h. für US-Unternehmen und ihre Töchter (auch in Deutschland) gilt:
IFRS ist im Kommen!
Die grundlegenden Konzepte und Prinzipien von US-GAAP und IFRS sind sich zwar ähnlich, doch bestehen zahlreiche Unterschiede zwischen den beiden Regelwerken. Einige davon sind besonders relevant. So verlangt etwa IFRS unter bestimmten Bedingungen die Aktivierung von Entwicklungskosten, was nach US-GAAP nicht gestattet ist. Selbst Unterschiede in kleineren Detailfragen können wesentliche Auswirkungen auf die ausgewiesenen Ergebnisse der betroffenen Unternehmen haben.
Wichtige Folgen der Umstellung auf IFRS
Die Umstellung der amerikanischen Unternehmen auf IFRS hat viele wichtige Auswirkungen, z.B.:
- Die Kosten der Umstellung der Finanzberichterstattung mitsamt den erforderlichen Systemen können für viele Unternehmen nicht unerhebliche Beträge erreichen. Mitarbeiter und Management müssen möglichst schnell in die neuen Regeln eingeführt werden.
- In den Hochschulen wird man die Lehrpläne für Rechnungswesen und Finanzen entsprechend anpassen müssen.
- Verträge und Vergütungsstrukturen auf Basis von US-GAAP-Kriterien müssen an IFRS angepasst werden.
Darüber hinaus gibt es noch viele weitere vorhersehbare und unvorhersehbare Auswirkungen, die Herausforderungen darstellen werden.
Frühzeitige Planung ist der Schlüssel zum Erfolg
Die Unternehmen sollten so schnell wie möglich mit der Umstellung beginnen, da der Prozess eine extensive Planung erfordert. Neben dem Rechnungswesen und der Finanzberichterstattung sind auch zahlreiche weitere Bereiche betroffen (siehe > Grafik rechts).
Der komplexe Umstellungsprozess erfordert die Mitwirkung eigener Mitarbeiter wie auch externer Berater. Die untere Grafik zeigt einige der wesentlichen Aufgaben. Der Erfolg des Umstellungsprozesses auf IFRS steht und fällt mit der Qualität der Planung und der erforderlichen strikten Prozesskontrolle.
Deutsche Tochtergesellschaften sollten vorangehen
Deutsche Tochtergesellschaften amerikanischer Konzerne sollten sich frühzeitig mit den IFRS-Regeln vertraut machen und ihren Bedarf z.B. an Personal, Systemen, Training und externer Beratung für die Umstellung ermitteln. Um die Vielzahl der Änderungen im Rahmen der Umstellung bewältigen zu können, sollte dieser Prozess so früh wie möglich begonnen werden. Für deutsche Tochtergesellschaften bedeutet das konkret, nicht erst die IFRS-Umstellung in der Muttergesellschaft abzuwarten.
Schulungen für viele Unternehmensfunktionen
Rechtzeitige und adäquate Schulung ist eines der zentralsten Kriterien für effiziente Umsetzung der IFRS-Umstellung. Nur wenn die Unternehmen die Unterschiede in den Bilanzierungsregeln zwischen US-GAAP und IFRS wirklich verstanden haben, sind sie in der Lage, die Auswirkungen der Umstellung auf Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Prozesse, IT-Systeme und interne Revision abzusehen.
Bei den Schulungen sollten neben den Finanzexperten im Unternehmen auch andere Funktionen nicht vergessen werden, die auch von den neuen Regeln betroffen sind, wie etwa Kostenrechnung, Steuern oder Treasury. Und natürlich sollte das Management die wichtigsten Unterschiede zwischen US-GAAP und IFRS beherrschen und deren mögliche Auswirkungen auf Berichtsergebnisse kennen.
Inhouse-Trainings als optimale Lösung
Die beste Antwort auf den Schulungsbedarf in einzelnen Unternehmen und Abteilungen sind Schulungen vor Ort im Unternehmen. Solche Inhouse-Trainings können ganz auf die konkreten Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten werden. Mehr Informationen zu Inhouse-Schulungen unter diesem Link.


